Sehr gerne sind User des ExifCafés dabei, wenn regionale Fotogruppen ihre Auswahlbilder in eigenen Fotoausstellungen zeigen. So auch am Montag, den 05. Oktober 2026, zur Vernissage der Fotoausstellung ‚Die Natur ist bunt‘ in den Räumen der Volkshochschule Bielefeld im Ravensberger Park, bei der die NABU Fotogruppe (Naturschutzbund Deutschland, Stadtverband Bielefeld) Aufnahmen besonderer Sichtungen und Momente heimischer und weltweiter Naturbewohner mit beeindruckenden Farben zeigt.
Die Verbindung der NABU Fotogruppe zur VHS Bielefeld besteht schon seit langer Zeit, während der mehrere der jährlich stattfindenden Fotoausstellungen in der VHS gezeigt wurden. Gerd Kurbjuhn, stellvertretende VHS Leitung, ist mit umfangreicher Unterstützung ein engagierter Partner des NABU, er war auch der erste Redner zur Ausstellungseröffnung.
Er dankte der NABU Fotogruppe für die wunderbaren, jährlich stattfindenden Fotoausstellungen, die als beliebteste Ausstellungen der VHS gelten. Auch einer seiner Mitarbeiter hatte ihm das bestätigt, weil es hierbei nicht um die alltäglichen Probleme der Welt ginge, nicht so schwer und kritisch sei, sondern einfach die schönen Seiten der Natur in besonderen Bildern gezeigt würden. Kurbjuhns Dank gebührte auch allen, die mit Rat und Tat an der Realisierung der aktuellen Ausstellung mitgearbeitet haben. Besonders beeindruckt zeigt sich Gerd Kurbjuhn von der Makrofotografie, über die ein Lebewesen ganz anders als über den normalen Anblick gesehen werden kann. Falls er irgendwann nach seinem beruflichen Ausstieg dafür Zeit haben sollte, werde er sich genau mit diesem fotografischen Genre beschäftigen, um außergewöhnliche Ansichten von eigentlich gewöhnlichen Motiven zu erstellen. Bei einem ersten Gang durch die Ausstellung hatte er auch ein Bild von einem Blaukehlchen gesehen und wunderte sich, dass er selbst in freier Natur bisher noch kein Blaukehlchen gesehen hatte, obwohl es eigentlich ein heimischer Vogel sei.
Doch was verbindet das Engagement der VHS mit dem NABU? Und was hat das alles mit den Themen Umwelt und gesellschaftlicher Bildung zu tun, die die Volkshochschulen als wichtige Aufgaben übernommen haben? Wenn wir diese Bilder sehen, verbinden wir etwas Positives damit, etwas Erhaltenswertes. Wir sind eher bereit, uns nach Ansicht der Bilder für Veränderungen einzusetzen. Von Beton zum Begrünen, zur Wiese. Daher ist die Kooperation und das Engagement mit dem NABU eine Gemeinschaftsaufgabe beider Institutionen und das Zeigen der Bilder in der VHS auch wichtig, um die Menschen für einen bedachten Umgang mit der Natur zu sensibilisieren. Naturfotografie ist oftmals mit viel Geduld verbunden, die Entschleunigung des Naturfotografen ermöglicht einen anderen Blick auf die Wirklichkeit. Zum Abschluss seiner Ansprache dankte Gerd Kurbjuhn den anwesenden Besuchern für ihr zahlreiches Erscheinen, bevor er das Wort an den Vorstandsvorsitzenden des NABU Bielefeld, Dr. Jürgen Albrecht, übergab.
Dr. Albrecht ist froh und stolz auf die NABU Fotogruppe, die mit ihren Bildern das Gesicht des NABU nach außen zeigt. Er erwähnte, dass die Fotogruppe jedoch nur ein Teil des NABU ist und viele weitere Arbeitsgruppen (z. B. Kinder- und Jugendgruppen, Aktivgruppe für praktischen Naturschutz durch Landschaftspflege und Artenschutzprojekte, Insekten-AG, Fledermaus-AG, Fahrradgruppe u. a.) eher im Verborgenen arbeiten.
Im NABU arbeiten Naturschützer, die Bilder der NABU-Fotogruppe sind ein Ausdruck zur Liebe der Natur. Weil Gerd Kurbjuhn noch nie ein Blaukehlchen gesehen hatte, empfahl Dr. Albrecht einen Blick in des neue Veranstaltungsprogramm des NABU, dessen Vorderseite ein Bild des Blaukehlchens ziert. Die Teilnahme an einem der vogelkundlichen Rundgänge ist auch für Nichtmitglieder möglich und könnte das Erlebnis zur Begegnung mit dem Blaukehlchen beinhalten. Ergänzend dazu wies er auf ein weiteres ausliegendes Faltblatt hin, in dem über die Schwerpunkte des NABU und die unterschiedlichen Arbeitsgruppen informiert wird, die sich über weitere interessierte Naturschutz-Mitglieder mit verschiedenen Interessen und Talenten freuen würden. Im NABU gibt es viele Möglichkeiten für unterschiedliche Talente und es besteht auch immer Bedarf.
Dr. Albrecht dankte allen, die erneut an der Fotoausstellung beteiligt sind, dem Sponsor Saal digital für die Unterstützung und, stellvertretend für die VHS, Gerd Kurbjuhn, dass die NABU Fotogruppe die jährlichen Fotoausstellungen in deren Räumen gestalten darf. Außerdem lud er alle Anwesenden ein, die Veranstaltungen des NABU zu besuchen, sich über eine Mitarbeit beim NABU Bielefeld zu informieren, um sich mit anderen Naturfreunden für die Natur vor der Haustür zu engagieren. Auch dem NABU ist Bildungsarbeit sehr wichtig, die über zu vermittelnde Kenntnisse in Theorie und Praxis zum Naturschutz und auch über die unterschiedlichen Veranstaltungen und Exkursionen geleistet wird. „Man muss etwas kennen und lieben, um es zu schützen. Was man nicht kennt und nicht liebt, kann man nicht schützen.“ Den Menschen den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur verständlich näher zu bringen, ist eine der Hauptaufgaben des NABU. Damit wünschte Dr. Albrecht den Ausstellungsbesuchern viel Vergnügen bei der Betrachtung der ausgestellten Bilder. Und um den Ausstellungsbesuchern den Aufenthalt in der Ausstellung so angenehm wie möglich zu machen, standen auch Getränke und Trockengebäck bereit.
Mit ihren Bildern sind an der Ausstellung 15 Fotografen der NABU Fotogruppe beteiligt: Angelika Meister, Ingrid Drebenstedt, Natalie Fiedel, Wiebke Homann, Norbert Grote, Marco Annegarn, Michael Krieft, Fabian Kurz, Joscha Panitz, René Hein, Heinz Mertineit, Stefan Kull, Dieter Kunzendorf, Holger Bekel und Andreas Schäfferling.
Gezeigt werden 26 Bilder, einheitlich im Rahmenformat ca. 60×70 cm mit Passepartout hinter Glas. Jedem Bild ist ein kurzer Begleittext und Fotografenname zugeordnet, der dem Betrachter Aufschluss über das gezeigte Lebewesen, seinen Lebensraum und spezifische Besonderheiten gibt. Leider spiegeln sich im Rahmenglas die Raumbeleuchtungen und auch die davor stehenden Besucher, so dass oftmals ein Perspektivwechsel erforderlich ist, um die Bilder ganzheitlich zu betrachten. Bildmotive sind Vögel, Schmetterlinge und Insekten. Nachfolgend nur kurze Beschreibungen einzelner Bilder, weil Worte nicht die Intensität der Motive und Farben wiedergeben können, die bei eigener Ansicht empfunden werden, denn ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte.
Gut gefallen hat mir das Bild von Fabian Kurz, das einen Schwalbenschwanz auf einer Fliegenragwurz-Pflanze zeigt. Der Schwalbenschwanz zählt zu den größten und farbenprächtigsten Schmetterlingen Mitteleuropas. Nach seinem Leben als Ei, Raupe und in der Verpuppung lebt der Schwalbenschwanz als Schmetterling nur zwei bis vier Wochen. Im letzten Jahr hatte ich das Glück, einen dieser in unserer Gegend sehr selten anzutreffenden Segelfalter in unserem Garten am Sommerflieder zu sehen. Ein echtes Erlebnis!
Einen ganz besonderes Foto ist Stefan Kull mit dem Foto eines Taubenschwänzchens gelungen, das am Sommerflieder durch sein kraftvolles Saugen eine der vielen kleinen Blüten gelöst und mit seinem Saugrüssel „mitgenommen“ hat. Ein bemerkenswertes Foto eines einzigartigen Moments, bildlich festgehalten mit schönen Farben und fantastischer Schärfe.
Auch Dieter Kunzendorf ist eine eigentlich nicht mögliche Aufnahme gelungen, die er selbst wie nachstehend beschreibt: „Dieses Foto hätte es eigentlich gar nicht geben dürfen! Der Monarchfalter kommt in Europa nicht vor. Er ist weltberühmt, weil er von Kanada zum Überwintern nach Mexiko fliegt. Ich traute meinen Augen nicht, als ich ihn am Rande eines Campingplatzes im Allgäu an einer Karde entdeckte. Es stellte sich dann heraus, dass er aus einem nahen Schmetterlingshaus entflogen sein musste.“
Aber auch alle anderen Bilder, wie das vom Vielfarbentodi auf Kuba, der Leuchtspur eines männlichen Glühwürmchens auf der Suche nach einer Partnerin im dunklen Wald, vom farbenprächtigen Fasan (der auch das Ausstellungsplakat ziert), die Portraits der beiden Papageientaucher, auch Puffin genannt, die auf der walisischen Insel Skomer fotografiert wurden, vom Grünstirn-Lanzettenschnabel, dem nur 5,4 Gramm leichten Kolibrimännchen auf Costa Rica, dem bunten Fischertukan, der im tropischen Mittel- und Südamerika lebt und wegen seiner beeindruckenden Farben auch Regenbogentukan genannt wird, sind lebende Beweise der bunten Natur.
Trotz mancher Launen der Natur lassen sich die mitunter farbenfrohen Färbungen von Tieren auch deutlichen Signalwirkungen oder auch Schutzfunktionen zuordnen. Auffällige Farben im Prachtkleid der Männchen dienen dazu, die Weibchen anzulocken, Tarnfarben lassen die Tiere mit ihrer Umgebung verschmelzen, Farben, auch in Kombinationen, wie rot, gelb und schwarz signalisieren Wehrhaftigkeit und Giftigkeit, um Fressfeinde abzuschrecken. Und auch Blüten der Pflanzenwelt machen durch Farben auf sich aufmerksam und locken dadurch ihre Bestäuber an.
Die Fotoausstellung ‚Die Natur ist bunt‘ der NABU Fotogruppe ist noch bis zum 31. Dezember 2026 in der zweiten Etage der Volkshochschule Bielefeld, Ravensberger Park 1, zu sehen. Naturfreunde werden ihre Freude an den sehenswerten Bildern haben und vielleicht auch inspiriert, bei zukünftigen Ausflügen in der Natur ihre Umgebung noch bewußter und intensiver zu beobachten.
Die NABU-Fotografen freuen sich über viele interessierte Ausstellungsbesucher und vielleicht möchte sich auch der eine oder andere Naturfreund am 5. November 2026 beim nächsten Naturfototreff der NABU Fotogruppe im NABU-Vereinshaus, Wiesenstrasse 21, 33729 Bielefeld-Milse, von 18:00 bis 19.30 Uhr dazugesellen.

