Bevor der zweite Monat des Jahres 2026 zu Ende ging, trafen sich die ExifCafé-User noch einmal am 27. Februar zum Online Phototalk vor den heimischen Monitoren.
Die für Februar ausgegebene fotografische Aufgabe lautete: ‚Setzt die Tiere in eurer Umgebung in Szene.‘ Das ostwestfälische Wetter war im Februar bis auf einige Ausnahmen ziemlich kalt und nass und damit nicht unbedingt für ausgedehnte Fototouren geeignet. Ich habe bei der Challenge natürlich sofort an Tiere der Rieselfelder Windel gedacht, war jedoch skeptisch, weil ich bei meinem letzten Besuch dort nur wenige Stockenten und einige Kormorane in weiter Entfernung auf einem der Teiche gesehen hatte. Ansonsten nichts, womit ich meine Hausaufgabe hätte erledigen können.
Aber manchmal vergisst man das Naheliegendste, nämlich die Futterstelle im eigenen Garten, die eifrig von vielen Kleinvögeln, Amseln, Dohlen, Bunt- und Grünspecht, Wildtauben und vom Eichhörnchen besucht wird. Kohlmeisen und Blaumeisen sind in der Überzahl, aber mitunter kommen auch Dompfaff, Schwanzmeisen, Kernbeißer, Heckenbraunelle und Eichelhäher, um das ausgelegte Körnerangebot zu prüfen. Der Renner auch in diesem Jahr sind wieder geschälte Sonnenblumenkerne und Meisenknödel, die kiloweise, bzw. in großer Anzahl verfüttert wurden. Die Eichhörnchen lieben Walnüsse und Haselnüsse, mögen aber auch gerne die geschälten Sonnenblumenkerne, die im Eichhörnchenhaus trocken lagern. Ein etwas anders gearteter Gast hat ebenfalls die Futterstelle entdeckt, die er jedoch auf seine Art und Weise nutzt: Ein Sperber, der es auf die hungrigen Vögel abgesehen hat. Ja, auch der Sperber hat Hunger und muss den Winter überstehen. Dennoch schützt meine Frau die kleineren Vögel und sobald sie den Greifvogel entdeckt, wird der sehr aufmerksame Sperber durch hektische Bewegungen verscheucht. Aber einmal habe ich den Greifvogel doch noch mit der Kamera erwischt, als er direkt neben dem Futterspender auf dem Birkenstamm saß und auf einfliegende Kleinvögel lauerte. Bilder vom Buntspecht am Futterspender und ein Silberreiher bei der Jagd in den Rieselfeldern Windel vervollständigten meinen fotografischen Beitrag zur Challenge.
Dieter D. fand in einem Bielefelder Park sein Motiv für unsere Challenge. Eine Spaziergängerin mit ihrem belgischen Schäferhund, einem Tervueren. Der Tervueren ist nahe der Verwandtschaft zu drei anderen belgischen Schäferhundrassen: Malinois, Groenendal und Laekenois. Der Tervueren sieht dem Malinois sehr ähnlich, hat aber deutlich längere Fellhaare. Dieters Anfrage nach einem Foto von ihrem Hund stimmte die Spaziergängerin zu und so entstanden drei sehenswerte Portraits vom Schäferhund, der seiner Besitzerin aufs Wort gehorchte und sich dadurch auch perfekt positionieren und ablichten ließ.
Alfred hat vor seiner Haustür viel Natur und mit etwas Glück und Geduld muss er nicht lange nach Tiermotiven suchen. Ein Silberreiher und ein Graureiher zeigten sich ihm in verschneiter Landschaft in einem Gewässer. Richtig Glück hatte er mit der Sichtung von einem fünfköpfigen Sprung Rehe. Die Tiere fotografierte er in weißer Schneelandschaft, ohne jegliche Details im Hintergrund, lediglich die Körper der Tiere stehen im Kontrast zum weißen Schnee. Ein junger Rehbock beobachtet aufmerksam die Umgebung, während die anderen Tiere unter dem Schnee nach Gräsern suchen. Ein weiteres Foto gelang ihm mit einer größeren Rehgruppe auf einem freien Feld in verschneiter, nebeliger Winterlandschaft. Außergewöhnlich schöne Motive mit Seltenheitswert!
Nilgänse im urbanen Raum im Vorbeiflug an einem Hochhaus einer Wohnsiedlung waren ein besonderes Motiv für Ingrid. Der komplette Hintergrund ist mit acht Stockwerken unscharfen Fensterreihen und Balkonen des Hochhauses gestaltet, vor dem sich die fliegenden Nilgänse in guter Schärfe abzeichnen. Eine interessante Ansicht, wie Natur und Stadtbild gegensätzlich aufeinandertreffen. Besondere Freude empfand Ingrid bei ihrer gelungenen Aufnahme einer singenden Goldammer, die in einem blühenden Haselnussstrauch das Frühjahr begrüßt. Die Goldammer sitzt auf einem Zweig inmitten des blühenden Haselnussstrauchs, umgeben von vielen gelben Lämmerschwänzchen. Das von Ingrid fotografierte Männchen hat einen leuchtend gelben Kopf mit wenigen bräunlichen Streifen. Sehr schön passt zu diesem Motiv die Komplementärfarbe des wolkenlosen, blauen Himmels. Ein Frühlingsbild, das nach den letzten verregneten Tagen Hoffnung auf besseres Wetter und steigende Temperaturen macht.
Dieter K. hat keine Haustiere, aber Nachbarn – und die haben Hühner! Von einem der Hühner entstand ein Portrait, das vielen Betrachtern die Möglichkeit gibt, die Besonderheiten eines Huhns zu erkennen. Der aufgestellte Kamm, der spitze, gebogene Schnabel und der starre Blick des Auges lassen schnell auf urzeitliche Vorfahren der Saurier schließen. Gut, dass Hühner nur so klein und vor allem so friedlich sind!
In jedem Jahr versuche ich, zum besten Zeitpunkt der Krokusblüte an der Hangstrasse in der Senne zu sein. Dort blühen auf einer kleinen Wiese viele Krokusse, oftmals in unterschiedlichen Farben, ein unglaublich schöner Anblick, der mich immer wieder fasziniert. Im letzten Jahr habe ich die Krokusblüte verpasst, bei meinem zu späten Besuch lagen nur noch wenige Pflanzen kraftlos am Boden. Am 25. Februar 206 hatte ich daher einen ersten Kontrollbesuch geplant und wurde bei meiner Ankunft von einer voll bewachsenden Krokuswiese überrascht. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht damit gerechnet, zumal im eigenen Garten noch nichts von den gepflanzten Krokussen zu sehen war. Über 1,5 Stunden habe ich mich mit Aufnahmen der Krokusblüten beschäftigt, die auch mitunter von Bienen und großen Hummeln besucht wurden. Bis auf eine Krokuspflanze in Gelb, waren in diesem Jahr ausschließlich blau/weiße Blüten zu sehen, am oberen Rand der Wiese zeigten sich vereinzelt noch ein paar Schneeglöckchen. Ich kenne keinen anderen Ort, an dem so viele Krokusblüten zu sehen sind, wie an der Hangstraße – wenn man denn zum richtigen Zeitpunkt vor Ort ist! Weil mir das in diesem Jahr gelungen ist, habe ich den Teilnehmern des Online Phototalks mehrere Bilder meiner fotografischen Ausbeute gezeigt.
Natur begeistert uns alle – insofern gibt es im ExifCafé auch immer wieder Hinweise auf sehenswerte Ausstellungen, Vorträge, Lektüre und auch Filme. Katharina empfahl uns ‚Das Flüstern der Wälder‘, den neuen Film von Vincent Munier, der nach seinem sehenswerten Film ‚Der Schneeleopard‘ auch wieder ganz besondere Erlebnisse und Ansichten enthält. Aktuell ist der Film bis zum 16. März 2026 noch im Lichtwerk im Ravensberger Park in Bielefeld zu sehen.
Nach wie vor beschäftigt uns die Umsetzung des Buchdrucks unserer ‚Ansichtssachen 2025‚. Alle bisherigen Erkenntnisse zielen in die Richtung, dass die vorhandenen Texte und Bilder neu gesetzt werden müssen, um den bei allen Fotodienstleistern erforderlichen Beschnittanteil zusätzlich den vorhandenen Dateivorlagen hinzuzufügen. Auch Anfragen bei einer örtlichen Druckerei brachten keine Möglichkeit zur Verwendung der vorhandenen PDF-Dateien. Weil weitere ‚Ansichtssachen‘ in den Folgejahren im ExifCafé geplant sind, stehen Überlegungen zu einer zukünftigen, gesonderten Druckversion-Datei an, die jedoch nur mit erheblichem Arbeitsaufwand erstellt werden kann.
Im weiteren Verlauf unseres Online Phototalks wurden mehrere interne Themen des ExifCafés zur Gestaltung von Werbemaßnahmen und Ausstattung unserer nächsten gemeinsamen Fotoausstellung besprochen. Und zum Abschluss unseres Februar-Online Phototalks wurde noch die Challenge-Aufgabe für den nächsten Online Phototalk am 27. März 2026 bekannt gegeben: ‚Fotografiert den Frühling oder was Ihr mit damit verbindet…‘. Dann hoffen wir mal auf gutes Frühjahrswetter, angenehme Temperaturen und interessante Motive!

