Der Terminkalender des ExifCafé ist zum Anfang des Jahres für Januar und Februar gut gefüllt. Sieben Ausstellungsbesuche, Fototage in Stapelfeld, Photowalk in Prag und weitere Vorbereitungen für unsere nächste Fotoausstellung müssen nach den ersten getroffenen Entscheidungen von teilnehmenden Fotografen gemeinsam besprochen werden.
Nach den ersten Ausstellungsbesuchen von ‚Obscura‚ in Bielefeld-Brackwede am 15. Januar 2026 und ‚Wildlife Photographer of the Year 2025‚ in Münster am 29. Januar 2026 folgte unser erster Online-Phototalk des Jahres am 30. Januar 2026. Zwei Tage später, am 1. Februar 2026 wurde die Ausstellung ‚Glanzlichter der Naturfotografie‚ in Paderborn Schloss Neuhaus besucht.
Während unseren monatlich stattfindenden Online-Phototalks können Informationen, Termine, Abstimmungen und Abläufe zu interessanten Ausstellungsbesuchen, gemeinsamen fotografischen Ausflügen und anderen Aktivitäten besprochen werden. Hier werden auch alle Fragen gestellt zu Fotoequipment, neue Entwicklungen mit Vor- und Nachteilen diskutiert, Fotobearbeitungen über Adobe Lightroom und Adobe Photoshop praxisnah dargestellt und erklärt, Bilder gezeigt und auch Bildbesprechungen durchgeführt. Kurz zusammengefasst: Unsere Online-Phototalks sind Termine für alle fotografischen Themen mit Informationen, Fragen und Antworten!
Zum Beginn unserer virtuellen Treffen sehen wir uns jeweils die Ergebnisse zur Photo-Challenge an, die für dieses Online-Treffen’Winterlandschaft – fangt die Landschaft in eurer Umgebung winterlich ein‘ lautete. Auch dieses Thema fand bei den ExifCafé-Usern wieder viel Interesse und so gab es viele winterliche Bilder zu sehen. Wie bestellt, hatte es im Januar an mehreren Tagen geschneit, allerdings mit regional unterschiedlich starken Schneefällen.
Katharina begann mit einer Detailaufnahme verschneiter Tannenzweige, die mit viel aufliegendem Schnee deutlich niedrige Temperaturen signalisierten und so sahen wir in der Folge auch verschneite Baumlandschaften hinter einem zugefrorenen See und freistehende, kahle Bäume, die auf ihren Ästen und Zweigen reichlich Schnee trugen. Katharina hat ihre Bilder alle in Schwarz-Weiss präsentiert, eine gute Wahl für die von ihr gezeigten Motive.
Um Chaos auf den Straßen anzurichten, hatten die Schneemengen in Bielefeld zwar an manchen Tagen gereicht, aber nicht überall sah es wirklich verschneit aus. Dennoch ist Stefans Bild, aufgenommen von der Hotelanlage am Johannisberg zur gegenüberliegenden Sparrenburg, gelungen. Erkennbar sind einzelne, weiße Schneeflächen, aber auch die Bäume im Bildvordergrund tragen nur wenig Schnee. Anders zeigt sich eine kleine Baumallee, deren mittiger Weg von einer dichten Schneedecke überzogen ist. Auch hier vermittelt die Schwarz-Weiss-Ausführung die melancholische Stimmung, die jedoch mit den nächsten Bildern wieder fröhlich wird, weil sie bunte Szenen eines dörflichen Vergnügens zeigt, bei dem sich einige Kinder (alle mit Schutzhelm!) in einem Kunststoffcontainer von einem Trecker über ein verschneites Feld ziehen lassen und dabei offensichtlich viel Spaß haben! Natürlich dürfen beim Naturfotografen Stefan auch winterliche Tierbilder nicht fehlen, so standen ihm ein Kormoran auf einer Eisfläche Modell und er hat auch festgehalten, wie sich ein Teichhuhn neben dem Kormoran vorbeischlich.
Dieter D. zeigte Farbaufnahmen vom winterlichen Bürgerpark in Bielefeld. Er fotografierte durch die starken Äste eines kahlen Baums rodelnde Kinder im Hintergrund, die viel Spaß an einem verschneiten Hang hatten, und ein ruhiges Bild von einzelnen Bäumen auf der Ochsenheide vor klarem, blauem Himmel. Zwei Schwarz-Weiss-Bilder der Ottensteiner Hochebene, mit viel Schnee und gefühlter Stille wirken melancholisch, was durch die monochrome Darstellung noch unterstrichen wurde.
Markus F. hat seine winterlichen Motive am Bielefelder Obersee gefunden. Höckerschwäne auf der verschneiten Eisfläche waren interessante Akteure für Highkey-Bilder. Ihm gelangen schöne Aufnahmen von ruhenden, aufmerksamen und ihr Revier schützenden Schwänen bis zur jagenden Vertreibung der Kontrahenten.
Alfred erinnerte mit seinem winterlichen Foto einer wenig befahrenden oder stillgelegten Gleisstrecke durch eine lange, geradlinige Waldschneise an sein Foto, dass er vom gleichen Motiv in herbstlicher Zeit gemacht hatte. Das wäre auch ein interessantes Motiv zur Darstellung der vier Jahreszeiten! Wie auch die viergeschossige Galerieholländer-Windmühle, die mit den verschneiten Bäumen in ihrer Umgebung auch zu allen Jahreszeiten schöne Ansichten bietet. Seine Bilder mit den beiden im Ausbau befindlichen Hütten in einer stillen Winterlandschaft und Bäume, an deren Stämmen man durch anhaftenden Schnee die Wetterseite erkennt, hat er passend in Schwarz-Weiss gezeigt.
Dieter K. hat sechs kleine Seen in Wohnortnähe. Einsam und verlassen wirkt der kleine, verschneite Seesteg ohne Fußspuren, den er fotografiert hat. Dieter hat sich für die Version in Farbe entschieden, so zeigen sich die hölzernen Stegstützen im leichten Braunton und die zugeschneite Wasserfläche mit einem Hauch von Blau vor diesigem grauen Hintergrund. Wer nur flüchtig hinsieht, wird die Farbe kaum entdecken…
Winterbilder werden in unserer Region eher selten gemacht. Mag sein, dass den einen oder anderen Fotografen die Kälte von einem Fotoausflug in den Schnee abhält, aber wie wir gesehen haben, lohnt es sich, die zeitlich begrenzten Motive, wenn es denn einmal geschneit hat, im Bild festzuhalten. Dank der Photo-Challenge hat es in diesem Jahr geklappt!
Nach den Winterbildern kam die Frage auf, wo man ein eigenes Buch im DIN-A4-Querformat drucken lassen könnte, ohne dass der existierende, formatierte Text zur Übernahme neu gesetzt werden müsste. Konkret geht es um unser eigenes digitales Buch ‚Ansichtssachen 2025‘. Das Problem liegt bei unserer existierenden PDF-Vorlage hauptsächlich an den enthaltenen Bildern, deren Unterzeilen bei einem notwendigen Beschnitt nach dem Druck entfallen könnten. Alfred hatte zu diesem Thema bereits Kontakte mit Fotodienstleistern aufgenommen, die jedoch an die Vorgaben ihrer eigenen Software zur Bucherstellung gebunden sind und abweichend davon keine Anpassungen vornehmen können. Katharina nannte mit epubli einen möglichen Druckpartner, mit dem eventuell Format, Bindung, Seitenanzahl, Papierqualität und Ausstattung besprochen werden könnte. Möglichkeiten gibt es bestimmt, allerdings wäre es gut, wenn die Gegebenheiten vorab im direkten Gespräch mit dem Drucker geklärt werden könnten.
Dieter D. hatte eine Frage zur Bildbearbeitung eines Fotos, das er von einem abgeernteten Feld aufgenommen hatte, auf dem die Erntefahrzeuge ihre grafischen Räderspuren hinterlassen haben. Im Bildvordergrund ist jedoch ein breiterer, dunkler Erdstreifen zu sehen, der dem gelbgrünen Stoppelfeld angepasst werden sollte. Hierbei konnte die Künstliche Intelligenz von Adobe Photoshop mit dem Generieren-Tool helfen, das nach Eingabe von Prompts und einigen Versuchen ein ansprechendes Ergebnis lieferte. Allerdings sind die Versuche über die KI je nach Abo-Version von Adobe Photoshop im monatlichen Abozeitraum von 100 Credits bis 250 Credits begrenzt. Man sollte also bei der Eingabe von Prompts das gewünschte Ergebnis genauer beschreiben, um mit möglichst wenigen Versuchen auch Credits für weitere Bildbearbeitungen über KI zu sparen.
Wenn Stefan in der Natur unterwegs ist, sind Vögel seine bevorzugten Motive. Und weil er während seiner vielen Ausflüge bereits fantastische Vogelaufnahmen gemacht hat, sucht er mitunter nach kreativen Möglichkeiten zur Präsentation seiner Bilder. Mit musikalischer Untermalung hat er ein kleines Video erstellt, in dem die Einblendungen und Übergänge von Vogelbildern taktsynchron zu Melodie und Refrain erfolgen. In der Gesamtheit eine tolle Präsentation: Fantastische Bilder mit besonderen musikalischen Effekten synchronisiert. Gute Idee, klasse umgesetzt!
Ein Thema, dass von Zeit zu Zeit immer wieder diskutiert wird, ist die Bildverwaltung und/oder -archivierung. Jeder einzelne von uns hat irgendwann dazu sein eigenes System intuitiv erstellt. Einige von uns nutzen dafür Adobe Lightroom bzw. Adobe Lightroom Classic – einfach, weil es Standardsoftware ist und zusätzlich zur Billdoptimierung und -verwaltung auch noch einige weitere nützliche Funktionen bietet.
Um aus umfangreichen Fotosammlungen einzelne gewünschte Aufnahmen zielgerichtet zu finden, ist ein ausgeprägtes Gedächtnis oder eine Verschlagwortung der einzelnen Bilder erforderlich. Bei der Verschlagwortung wird der Inhalt eines Fotos mit Tags beschrieben, die manuell über die Tastatur erfasst werden können. Mit einer entsprechenden Software geht das jedoch auch einfacher und vor allem schneller! Eine Möglichkeit dazu ist die Bildverwaltungssoftware Excire Foto mit dem Werbespruch ‚Lightroom kennt deine Fotos, aber Exire Foto weiß, was drauf ist!‘ Über die Software werden die einzelnen Fotos mithilfe künstlicher Intelligenz analysiert, Inhalte automatisch erkannt und verschlagwortet und verschiedene Tags dem Bild zugeordnet. Ergänzungen zu den durch KI eingesetzten Tags (wie zum Beispiel Personennamen) sind durch manuelle Eingabe möglich. Über das Such-Feld werden nach Eingabe von Tags betreffende Bilder vom System gefunden und angezeigt.
Wie gut die eigene Bildarchivierung ist, kann jeder selbst ermitteln. Einfach einmal ein Bild aus zurückliegenden Jahren suchen, an dessen Inhalt man sich erinnert. Wer lange suchen muss oder es sogar nicht findet, der sollte vielleicht doch einmal über eine archivierende und ordnende Softwarelösung nachdenken. Beim Thema der Archivierung digitaler Fotos ist auch der Gedanke an analoge Fotoergebnisse in Form von gedruckten Bildern, Negativen und Dias nicht weit. Die meisten von uns haben noch alte Alben, Diakästen und Sammelmappen mit Negativstreifen aus analogen Fotozeiten, die, wenn sie denn staubfrei und trocken gelagert wurden, noch immer Erinnerungen aus vergangenen Zeiten visualisieren. Angesehen wurden sie wahrscheinlich schon sehr lange nicht mehr, aber missen oder gar entsorgen möchte sie sicher niemand. Die Digitalisierung alter Bilder gelingt mit einem normalen Scanner oft auch schon mit guter Qualität. Negative und Dias zu digitalisieren ist auch mit guter Qualität möglich, allerdings in Eigenarbeit zeitintensiv und als Auftrag bei einem Fotodienstleister nicht gerade billig. Wer es selbst machen möchte, braucht dazu technisches Gerät, in das je nach Art, Leistung und Qualität der Scanfunktion mehr oder weniger investiert werden muss. Die günstigsten Geräte sind bereits ab etwa 50,- Euro zu erhalten, für bessere Ergebnisse kann man für die Technik mit automatischer Staub- und Kratzerentfernung mehrere hundert Euro oder auch deutlich über 1.000 Euro aufwenden. Ein Fotodienstleister berechnet das Scannen von Negativen und Dias abhängig von der beauftragten Anzahl mit etwa 20 bis 25 Cent pro Scan. Ab 500 beauftragter Digitalisierungen wird es etwas günstiger, aber nicht wesentlich. Bei umfangreichen Negativ- oder Diasammlungen würden die Kosten wahrscheinlich eine vorherige Auswahl der zu digitalisierenden Aufnahmen voraussetzen. Wer sich selbst die Technik beschafft, der investiert anschließend beim Scannen auch noch seine Zeit und wird irgendwann wegen des Zeitaufwands eine noch engere Auswahl treffen.
Im nächsten Online Phototalk werden wir von Dieter D. erfahren, wie er mit den Ergebnissen seiner Beauftragung an einen Fotodienstleister zufrieden ist. Axel hat sein vorhandenes Scan-Equipment aktualisiert und kann uns von der Eigenleistung, dem Zeitaufwand und der Qualität seiner Scanergebnisse berichten. Einige Ergebnisse gescannter Dias und Negative konnte Axel uns spontan präsentieren, wobei die Qualität der Scans schon sehr ansprechend war. Das Ausgangsmaterial war 40 Jahre alt (u.a. Agfachrome CT18), mit der Ansicht von Bäumen, eines davon mit viel Schnee. Aber losgelöst von allen technischen oder qualitativen Problemen können alte, gescannte Dias und Negative auch richtig viel Spaß verbreiten, nämlich dann, wenn sie die eigene Person in jungen Jahren zeigen. Neben weniger Falten im Gesicht lösen die Frisur, Kleidung und oftmals auch die damalige Umgebung Heiterkeit und Erinnerungen aus. Axel mit seinem ca. zweijährigen Sohn gibt im Bild von damals eine gute Figur ab und ein weiteres gescanntes Bild belegt seine frühen Ausstellungsaktivitäten im Jahr 2000 mit seiner Person vor einem großen Schaufenster, in dem mehrere seiner Fotografien in gerahmten Bildern zu sehen sind.
Alte Fotos ansehen wirkt auf Betrachter wie eine Initialzündung. Jeder hat dazu noch etwas in seinem Archiv oder auch im alten Album. Dieter K. war sehr schnell im Auffinden seiner alten gescannten Bilder, die ihn unter anderem selbst als Kleinkind mit seinem einäugigen Teddy vor einem Weihnachtsbaum zeigen. Der Spaß an diesen alten Bildern wird auch nicht getrübt, wenn die Qualität einmal nicht 100% erreicht, hier zählen mehr die Erinnerungen. Mich haben die alten Bilder echt angefixt. In dem Wissen, dass auch ich noch viele Fotografien in alten Familienalben habe, werde ich mich auch an eine Auswahl der zu digitalisierenden Bilder begeben. Der Aufwand dafür lohnt sich allemal, diese Erinnerungen zu bewahren!
Zum Abschluss unseres Online Phototalks wurden noch Abstimmungen zu den Treffpunkten und Fahrgemeinschaften für die Ausstellungsbesuche der ‚Glanzlichter‘ in Paderborn-Schloss Neuhaus und der ‚Gregory Crewdson Retrospektive‘ in Bonn getroffen und an den nächsten Termin zur weiteren Vorbereitung unserer nächsten Ausstellung erinnert.
Wie sehr alle ExifCafé-User auf ein wärmeres Frühjahr und weitere gemeinsame Aktivitäten warten, verriet der letzte ausgesprochene Wunsch eines Users: „…und nach Bremen könnten wir auch mal einen Fotoausflug machen!“ Schön, dass wir vom ExifCafé immer wieder Ziele haben!

