Der Fotowettbewerb der ‚Glanzlichter der Naturfotografie‘ zählt seit Jahren zu meinen absoluten Favoriten, weil dieser Fotowettbewerb realistische Bilder zeigt, die durch geltende Regeln für alle teilnehmenden Fotografen aus allen Teilen der Welt zum Glanzlichter-Fotowettbewerb eingereicht wurden. Erlaubt sind bei der digitalen Fotobearbeitung nur die Anpassung von Tonwert, Kontrast, Sättigung, Schärfung und Bildschnitt. Mehrfachbelichtungen sind erlaubt, wenn diese kameraintern erfolgen. Digitale Manipulation und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz führt zur Disqualifikation des Fotos. Die Einhaltung der detailliert genannten Teilnahmebedingungen und Regeln wird vor der Annahmebestätigung eines qualifizierten Fotos anhand der vom Fotografen angeforderten Originaldatei von der Jury geprüft und bewertet.
Seit 1999 findet der Glanzlichter-Fotowettbewerb bereits zum 27. Mal statt, der von Mara K. Fuhrmann gegründet und alljährlich organisiert wurde. Für die ‚Glanzlichter der Naturfotografie 2025‘ wurden 22.693 Bilder von 949 Fotografen aus 35 Ländern der Welt in den nachstehenden 8 Kategorien eingereicht:
- Kategorie 1 – Magnificent Wilderness | Landschaften
- Kategorie 2 – The Beauty of Plants and Fungi | Pflanzen und Pilze
- Kategorie 3 – Nature as Art | Formen, Farben und Abstraktionen
- Kategorie 4 – Artists on Wings | Vögel
- Kategorie 5 – The World of Mammals | Säugetiere
- Kategorie 6 – Diversity of all other Animals | andere Tierarten
- Kategorie 7 – Moments in Nature | besondere Momente der Natur
- Kategorie 8 – Aerial Views of Nature | Luftaufnahmen mit dem Multikopter
In jeder Kategorie wurden ein Winner- und 9 Highlight-Bilder ausgezeichnet. Ergänzt wurden die Auszeichnungen mit einem All Over Winner, einem Junior Award Winner und vier Junior Highlights. Die Ausstellung der ausgewählten Glanzlichter-Bilder wird über eine Wanderausstellung in über 20 Städten in Deutschland gezeigt. Die Auswahl der ‚Glanzlichter der Naturfotografie 2025‘ trafen nachstehende Juroren:
- Kevin Winterhoff, Lehrer, Naturfotograf und Gründer Kitzretter e.V.
- Christine Averberg, Wildnispädagogin und Naturfotografin
- Florian Smit, Naturfotograf und Vortragsreferent
Alle eingereichten Bilder wurden zunächst von jedem einzelnen Juroren gesichtet und vorbewertet, danach gemeinsam diskutiert und letztlich die Auswahl für die einzelnen Kategorien getroffen. Danach erfolgte die Kontrolle der von den Fotografen angeforderten RAW-Dateien, um Manipulation durch Bildbearbeitung auszuschließen. Erst danach wurden ein Siegerbild und neun Highlights für jede der acht Kategorien festgelegt.
Wir vom ExifCafé haben die Glanzlichter 2025-Ausstellung am Sonntag, den 1. Februar 2026 in Paderborn-Schloss Neuhaus im Naturkundemuseum Marstall besucht. Wie schon in den vergangenen Jahren wird für den Ausstellungsbesuch kein Eintrittsgeld gefordert, im Vorraum der Ausstellung ist ein transparenter Kasten aufgestellt, in den jeder Besucher einen Betrag einwerfen kann, der ihm den Besuch der Ausstellung wert ist.
Auch in diesem Jahr wurden wir in der Ausstellung nicht enttäuscht, alle ausgestellten Bilder bestechen durch ihre ästhetische Kraft, ihre erzählerische Tiefe und ihren technischen Anspruch. All Over Winner wurde der Norweger Pål Hermansen mit seiner Drohnenaufnahme eines sattgefressenen, auf dem Rücken im Schnee liegenden Eisbären neben seiner Beute, einem großen Walross. Den Junior-Award erhielt der junge Naturfotograf Julius Kortlepel für seine kreative Aufnahme einer Gebirgsbachstelze.
Weil den Bildern auch die jeweiligen Exifdaten zugeordnet sind, überrascht mitunter auch die Brennweite bei der Aufnahme, von der sich die Nähe zu wilden Tieren ableiten lässt. Bemerkenswert ist auch die Vielfalt der Motive, die sich über alle acht Kategorien zeigt. Alle 86 Bilder detailliert zu beschreiben würde den Rahmen unseres Besuchsberichtes sprengen, dennoch nachstehend einige Kurzmerkmale dazu:
Mehrere aufmerksame Wildkatzen auf freistehenden Felsen in der Mongolei, Hornfrosch im Amazonasgebiet, der einen anderen Frosch verschlingt, spielende Schneeleoparden im Himalayagebirge, Fjordlandschaft bei Senja in Norwegen, die mit verschneiten Felsgebirgen und dem kontrastierendem Blau des Fjordwassers zu meinem diesjährigen Favoriten wurde, ein von Rotlachsen umzingelter Bär im Kurilensee in Kamtschatka, Drohnenbild von Lavaströmen des Geldingadalier-Vulkan in Island, das Auge eines Buckelwals, aufgenommen bei Moorea in Französisch-Polynesien, ein auf einem Baum schlafender Leopard in Kenia, eine Oryxantilope im Sonnenlichtstreifen auf einer großen Sanddüne der Namib-Wüste, Polarwölfe auf Ellesmere Island in Kanada, Detailaufnahme vom Farbspektrum der Schuppen einer Kreuzotter, Steinschmätzer vor irisierenden Wolken im Nationalpark Hohe Tauern, zwei Alpenschneehühner in Schneelandschaft vor einem schmalen, blauen Fjordwasserstreifen in Varanger, Norwegen, Margeriten vor Sonnenuntergang in Kantabrien, Düne im Sandsturm im Death Valley Nationalpark, USA, geheimnisvolle Form einer Schlange in durchleuchteter Blattstruktur in China und auch das Foto ‚oben oder unten‘ in der Kategorie ‚Artists on Wings‘ von Jenny Loreen Zierold.
Für Jenny Loreen Zierold ist es bereits das dritte ausgezeichnete Highlight bei den Glanzlichter-Wettbewerben. Im Jahr 2019 wurde ihr Foto ‚Liebesspiel der Jaguare‘ in der Kategorie ‚The World of Mammals‘ ausgezeichnet, im Jahr 2022 in der Kategorie ‚Nature as Art‘ ihr Bild ‚verwirbelt‘ prämiert und für die Glanzlichter 2025 ihr Foto ‚oben oder unten‘ in der Kategorie ‚Artists on Wings‘ zum Highlight gewählt.
Mit dem gleichen Foto hat Jenny Loreen Zierold auch am Internationalen Fotowettbewerb Birdo ‚Bird Photographer of the Year 2025‘ in Ungarn teilgenommen, der sich an Amateur- und Profifotografen richtet. Ihr Foto ‚up or down‘ oder auch ‚oben oder unten‘ hatte sie in Hokkaido, Japan, mit 600 mm Brennweite aufgenommen. Die Entstehung des Fotos schildert die Fotografin Jenny Loreen Zierold wie nachstehend: „Es war mitten am Tag, nicht wirklich das beste Licht, um Fotos zu machen, aber im Schnee hatte ich die Idee, ein paar kreative Highkeys zu machen. Ich saß am Flussufer, sah durch den Sucher meiner Kamera und konzentrierte mich dabei auf die Füße eines Singschwans, der in einiger Entfernung auf einer Eisfläche stand. In einem Moment erkannte ich im Sucher einen zweiten Singschwan, der im Vordergrund auf einer schmalen, eisfreien Wasserfläche durch das Bild des fokussierten Schwanenfusses schwamm. Ich wartete auf die optimale Position des schwimmenden Singschwans zur Bildgestaltung und machte mein Foto. Ergebnis: Ein scharf fokussierter Schwanenfuss im rechten oberen Bildteil und schemenhafte, helle Konturen eines unscharf abgebildeten Singschwans im linken unteren Bildteil.“
Das Foto wurde im ungarischen Wettbewerb zum ‚Vogelfotograf des Jahres 2025‘ in der Kategorie ‚Bird Art‘ mit dem 3. Platz ausgezeichnet. An der Ausstellungseröffnung und der Preisverleihung nahm Jenny Lorreen Zierold in Budapest teil. Weil einige ExifCafé-User Jenny Loreen Zierold bereits durch andere fotografische Aktivitäten kennen, freuen wir uns ganz besonders mit ihr über ihre fotografischen Erfolge!
Nach 26 Jahren Durchführung der ‚Glanzlichter der Naturfotografie‘-Wettbewerbe und 442 betreuten Ausstellungen dazu sowie der Ausrichtung der jährlichen Internationalen Fototage in Fürstenfeldbruck (zu denen die Fotografen der ausgezeichneten Glanzlichter-Bilder eingeladen und geehrt werden) hat sich Mara K. Fuhrmann Ende 2025 entschieden, die zukünftige Organisation der Glanzlichter Fotowettbewerbe in jüngere Hände zu übergeben.
Seit Gründung der ‚Glanzlichter‘ im Jahr 1999 stand von Anfang an immer im Vordergrund, die Schönheit der Natur im Bild abzubilden, sie dadurch den Menschen nahezubringen und den Schutz der Natur zu fördern. Lisa Marie und Florian Smit haben den Glanzlichter-Wettbewerb bereits übernommen und Ausschreibungen, Jurierung der Siegerbilder und Highlights sowie Layout und Produktion des Glanzlichter-Buches erstmals verantwortet. Lisa Marie und Florian Smit werden die Glanzlichter im Sinn des Gründungsgedankens weiterführen, die bisherigen Arbeiten und Vorträge des Naturfotografen Florian Smit bestätigen die mit Leidenschaft übernommene Aufgabenstellung. Einige Änderungen zur Aktualisierung des Wettbewerbs wurden bereits vorgenommen, weitere Anpassungen werden folgen, um den Wettbewerb der Glanzlichter moderner, attraktiver zu gestalten und damit den Bekanntheitsgrad über Grenzen hinaus noch auszuweiten.
Wie nicht anders möglich, wird Mara K. Fuhrmann aber auch zukünftig noch bei Glanzlichter- Eröffnungen an einigen Ausstellungsorten und Glanzlichter-Ausstellungen zugegen sein und ihrer Leidenschaft für die Natur und Fotografie folgen. Einem Gefühl, mit dem sie über Engagement, Tatkraft und viel Herzblut die ‚Glanzlichter der Naturfotografie‘ zu einem der größten und bedeutendsten europäischen Naturfotografie-Wettbewerbe gestaltete.
Die jährlich im Frühjahr veranstalteten ‚Fürstenfelder Fototage‘ in Fürstenfeldbruck wird Mara K. Fuhrmann zusammen mit Udo Höcke auch weiterhin organisieren und ausrichten, in 2026 werden die 28. Internationalen Fürstenfelder Naturfototage vom 24. bis 26. April wieder der Treffpunkt für viele Fotografen und Naturfreunde sein. Ein besonderes Event im schönen Klostergelände mit kostenloser Fotomesse, unterschiedlichen Ausstellungen sowie hochkarätigen Referenten und umfangreichem Fotokursprogramm. Auf der neu gestalteten Webseite der Veranstalter sind alle Angebote, Workshops, Referenten und Vorträge der Fürstenfelder Naturfototage 2026 übersichtlich aufgelistet.
Die ‚Glanzlichter der Naturfotografie‘ sind, wie jedes Jahr, eines meiner Highlights. Und auch die Glanzlichter 2025 sind wieder eine außergewöhnliche Ansicht der Einzigartigkeit unserer schützenswerten Natur in einer sehr gelungenen Ausstellung fantastischer Naturfotografien mit ansprechender Präsentation. Die Ausstellung ist im Naturkundemuseum Paderborn-Schloss Neuhaus bis zum 19. April 2026 jeweils Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr zu sehen. Für alle Natur- und Naturfotofreunde ist der Besuch dieser Ausstellung ein besonderes Erlebnis!
Den Abschluss nach unserem Ausstellungsbesuch bildete zur Mittagszeit ein nahrhaftes Zusammensein der ExifCafé-Mitglieder in einem Restaurant, dessen Speisenkarte für jeden Geschmack das richtige Angebot zeigte. Dort haben wir uns an einem gemütlichen Platz gestärkt und angeregt über die Ausstellung und andere Themen unterhalten, bevor wir uns zur Heimfahrt nach Bielefeld aufmachten. Und schon jetzt steht fest, dass wir von der ExifCafé Photocommunity Bielefeld im nächsten Jahr auch die ‚Glanzlichter der Naturfotografie 2026‘ in Paderborn-Schloss Neuhaus im Naturkunde Museum besuchen werden – weil es sich immer lohnt!



