Zu dritt sind wir am 29.Januar 2026 zum Pferdemuseum nach Münster gefahren, um die Ausstellung „Wildlife Photographer of the Year 2025“ und den anschließenden Fotovortrag ’60 Kilometer Freiheit – Naturfotografie vor der Haustür‘ von der Naturfotografin Simone Baumeister zu sehen.
Da wir schon eine halbe Stunde vor der Einlasszeit vor Ort waren, konnten wir bereits mit der Referentin in das Museum und hatten so mehr Zeit uns die Ausstellung anzusehen, bevor der Vortrag anfing. Die Ausstellung war absolut sehenswert! Etwa 100 Siegerbilder der verschiedenen Rubriken des weltweiten Wettbewerbs ‚Wildlife Photographer of the Year 2025‘ sind dort noch bis zum 6. April 2026 in hochwertigem Alu-Dibond ausgestellt. Im mehrstufigen Auswahlverfahren hatten die Juroren die Aufgabe aus über 60.000 Einsendungen von über 4.000 Fotografinnen und Fotografen aus aller Welt die Sieger auszuwählen. Zu sehen waren Bilder aus entlegenen Umgebungen, mit kaum bekannten Motiven aus der Tierwelt, wie auch mit verschiedenen, teils sehr kreativen, Aufnahmetechniken. Beeindruckend waren auch die Bilder der Nachwuchs-Rubriken. Die Gewinner hatten in der Altersklasse bis 10 Jahre bereits unter professioneller Anwendung verschiedener Aufnahmetechniken sehr gelungene Fotografien erstellt.
Die ausgezeichneten Fotografien dokumentieren nicht nur die Schönheit und Vielfalt von Tieren, Pflanzen und ihren Lebensräumen in aller Welt, sondern verdeutlichen auch, wie sehr sich das Eingreifen des Menschen auf die Umwelt auswirkt, und bei vielen Bildern machen Fragen des Natur- und Artenschutzes einen immer größeren Teil des visuellen Narrativs aus.
Der anschließende Vortrag ’60 Kilometer Freiheit – Naturfotografie vor der Haustür‘ von Simone Baumeister war ebenfalls sehr interessant. Simone Baumeister ist eine begeisterte Naturfotografin die Ihre Fotografien im Umkreis von ca. 60 Kilometern um ihren Wohnort Ibbenbüren macht. Mit ihren Bildern beweist sie, dass man nicht in die Ferne schweifen muss, um außergewöhnliche Fotografien der Natur und insbesondere der Tierwelt machen zu können. Mit wachen Augen streift sie durch Wälder, Wiesen und Moore im Münsterland, entdeckt dabei ihre Umgebung immer wieder neu und wird zu neuen Bildideen inspiriert. Für sie ist es ein Geschenk, ihre Leidenschaft für die Natur und Tierwelt mit der Fotografie verbinden zu können. Dabei gelingen ihr immer wieder hervorragende Fotografien, die schon mehrfach im Rahmen von renommierten Fotowettbewerben (unter anderem ‚Asferico Naturfotografie-Wettbewerb‘, ‚GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres‘, ‚MontPhoto International Nature Photography Competition‘ und ‚Wildlife Photographer of the Year‘) ausgezeichnet und in dem Buch ‚Fotografieren in der Natur‘ publiziert wurden.
So wurde auch 2025 ein Bild von Simone Baumeister in der Rubrik ‚Kunst der Natur‘ des weltweit wichtigsten Naturfoto-Wettbewerbs ‚Wildlife Photographer of the Year‘ zum Siegerbild gekürt. Das Bild zeigt eine echte Radnetzspinne in ihrem Netz auf einer Fußgängerbrücke in Ibbenbüren, die sich gegen das Licht der Autos abhebt. In städtischen Umgebungen spinnt diese Spinnenart ihr Netz oft in der Nähe von künstlichem Licht, welches nachts Insekten anzieht. Ein mystisch wirkendes Bild, von dem man den Eindruck bekommt, dass die kleine einzelne Spinne sich in einer ganz anderen Welt befindet.
In ihrem Vortrag gelang es Simone Baumeister sehr gut, das Publikum mitzunehmen und durch ihre sehr gut bebilderten Naturerlebnisse zu führen. Dabei führte sie auch aus, dass sie niemals ein Bild macht, wenn dadurch ein Tier gestresst wird. Der Schutz der Natur ist ihr ein sehr wichtiges Anliegen. Der Vortrag war in drei Themen eingeteilt. Erstens ihre Lieblingsmotive Eulen, zweitens Aufnahmen mit besonderen Geschichten und drittens verschiedene sehr hochwertige Aufnahmen unterschiedlicher Motive und Aufnahmetechniken. Die Bilder waren alle sehr sehenswert und die Geschichten dazu sehr interessant und unterhaltsam. Es ist erstaunlich, was Simone Baumeister in der nahen Umgebung gemacht und erlebt hat. Ein echter Anreiz, mal eben um die Ecke ins Wäldchen auf Fotopirsch zu gehen.
Zur Qualität des Vortrags hat auch die gute Vortragstechnik beigetragen. Die Bilder wurden in der abgedunkelten Arena des Pferdemuseums, gut sichtbar von allen Sitzplätzen, auf einer ca. 4×6 Meter großen Leinwand in guter Qualität gezeigt. Die ca. 100 bis 150 Besucher zeigten sich am Ende durch ihren Beifall sehr zufrieden. Nach dem Vortrag kehrten wir, wie es zur Tradition des ExifCafé gehört, in einer Gaststätte ein und tauschten uns bei Suppen und Gnocchi über das Erlebte aus, bevor die Rückfahrt durch das eingesetzte Schneetreiben erfolgte.
Da die Ausstellung ‚Wildlife Photographer of the Year‘ jedes Jahr im Pferdemuseum gezeigt und jeweils ein Begleitprogramm – wie zum Beispiel dieser sehr interessante Vortrag – angeboten wird, ist bestimmt auch in den nächsten Jahren etwas Interessantes für das Exif.Cafe dabei. Wir werden dann wieder dort sein.

